Mittleres Management hat Machtspiele satt | Zurück | | | | |
| 26.07.2011 | Leistungsträger im mittleren Management fühlen sich in ihrer Sandwich-Position in der Hierarchie wohl, so das Ergebnis einer Comteam-Studie. Wären da nicht diese Machtspiele seitens der Konkurrenz von der Seite, die Bereichs- und Abteilungsleitern zu schaffen machen.
 Die Sandwich-Position als solche empfinden die Managerinnen und Manager auf mittlerer Ebene nicht als Problem, wie die Studie "Führung im Mittelmanagement" des Beratungshauses Comteam unter 559 Fach- und Führungskräften, davon 231 Mittelmanager, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ergab.
 Rund zwei Drittel äußern sich positiv über ihre Autonomie und Handlungsspielräume sowie die Herausforderungen ihres Jobs. Die meisten fühlen sich ihrer Aufgabe gewachsen. Doch Konkurrenzgerangel und knappe Ressourcen machen ihnen das Leben schwer: 54 Prozent der befragten Mittelmanager gaben an, dass Machtspiele im Kollegenkreis sie belasten, 18 Prozent sogar sehr stark. Über mangelnde Ressourcen klagen 51 Prozent.
 "Viele Konkurrenzkämpfe drehen sich um den Mangel an Ressourcen, der zum Teil noch aus der Krise stammt", sagt Lorenz Forchhammer, Leiter der Studie und Comteam-Vorstand. "Und es wird um Macht und Positionen gerangelt, vor allem dann, wenn der Weg auf der Karriereleiter weiter nach oben gehen soll - denn in diese Richtung wird es eng." Entsprechend ist fast jeder zweite Mittelmanager unzufrieden mit den Karriereaussichten im eigenen Unternehmen.

Das Top-Management kapselt sich ab
 Während auf der eigenen Hierarchieebene Auseinandersetzungen dieser Art herrschen, kommt von oben zu wenig Beachtung. Laut Studienautoren fühlen sich die Mittelmanager von ihren direkten Chefs, den Geschäftsführern und Vorständen alleine gelassen.
 "Der gute Draht zum Chef und die persönliche Kommunikation sind extrem wichtig für die eigene Motivation und Leistungsbereitschaft", sagt Forchhammer. Hilfe erfahren Führungskräfte in der Mitte eher durch ihr Team, ihre Familie und Freunde. "Das Top-Management ist oft ziemlich abgeschirmt und schätzt die Probleme und Bedürfnisse im Unternehmen anders ein als ihre Führungskräfte und die Mitarbeiter", so Forchhammer weiter. So erhalten etwa die Qualität der internen Kommunikation und der Ablauf von Veränderungsprozessen von unteren und mittleren Ebenen unbefriedigende Noten, während die befragten Geschäftsführer und Vorstände im Durchschnitt eine ganze Note besser geben.
 Materiell geht es den Managern in der Mitte gut: Sie sitzen fest im Sattel, sind sehr zufrieden mit der Sicherheit des Arbeitsplatzes (80 Prozent), den eigenen Mitarbeitern (75 Prozent) und der Bezahlung (65 Prozent). Dafür leisten sie viel: Zwei Drittel arbeiten mehr als 45 Stunden pro Woche. Ihre Hauptaufgabe nach eigener Aussage: Strategien umsetzen und Projekte voranbringen. "Damit liefert das mittlere Management in Unternehmen und Organisationen den Haupteinsatz für Markterfolge und Veränderungen", so Forchhammer.
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